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Christliches Zentrum Jena

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"Es gibt unglaublich interessante Frauen in Jena!"
Hier könnt ihr Geschichten und Interviews von Frauen für Frauen lesen.

Anika

Anika, du bist 27 Jahre alt, Studentin und bist mit dem Mann deiner Träume zusammen. Aber du bist auch glückliche und stolze Mama von drei Kindern: Samina 7 Jahre, Semin 5 Jahre und Nadim 7 Monate. Wenn ich mit dir und deinen Kindern Zeit verbringe, merke ich deine Kinder sind für dich Gabe und Aufgabe. Du hast viel Freude an ihnen. Erinnerst du dich vielleicht an eine sehr herausfordernde Situation, in der deine Geduld gefordert wurde?

Oh ja! „Es ist Freitag und war bin mit meinen Kindern auf dem Weg zum Frauenkreis. Meinem Sohn Semin hatte ich versprochen, er darf Fahrrad fahren. Als wir losgingen merkte ich, dass mein Schlüssel zuhause liegt. Das Fahrrad ist aber im Keller. Ich erklärte das Dilemma meinem Sohn, daraufhin legte sich Semin vor den Hauseingang, bewegte sich keinen Millimeter und schrie. Ich versuchte erneut es ihm zu erklären und ermutigte ihn zum Gehen. „Wir müssen los Semin!“ Das brachte nichts! Nach gefühlten zehn Minuten Schreien setzte ich Semin in den Kinderwagen und schob ihn eine Strasse lang. Auf dem Kinderwagen lag ein Paket, dass ich auf dem Weg bei der Post abgeben wollte. Semin begann um sich zu treten, das Paket landete auf dem Boden und alle Sachen, die sich drin befanden, lagen nun verteilt auf der Strasse. Ich atmete kurz durch und beschloss die Klamotten guten Mutes aufzusammeln. In diesem Moment begann mein kleiner Sohn Nadim in meiner Rückentrage zu schreien. Es brachte nichts mit Semin zu schimpfen, denn er war zu enttäuscht, dass er nicht mit Fahrrad fahren konnte und Nadim war mit seinen sieben Monaten einfach zu klein um etwas zu verstehen. Ich versuchte „bei mir“ zu bleiben und weiter zu gehen. Beide Kinder brüllten. Es war einfach grausam!“

Der Frauenkreis beginnt in der Regel 16.30 Uhr und ich kam um 17.30 Uhr an. Ich habe für den 15 Minuten Weg über eine Stunde gebraucht. Ich hatte zwei schreiende Kinder und ein kaputtes Paket. Meine Erlösung war das Ankommen. Im Garten des Christlichen Zentrums veranstaltete das Volltrefferteam ein Lagerfeuer für die Kinder. Das war zur Semins Freude. Seine Augen strahlten, er hörte auf zu schreien und wir kamen zur Ruhe.  

Du bist eine sehr geduldige Frau. Ich habe noch nicht erlebt, dass dir der „Geduldsfaden reist“. Wie kommt das?

Oh, es ist eigentlich ziemlich einfach! Mein Vater hatte einen sehr autoritären Erziehungsstil. Er war sehr ungeduldig, aggressiv, schnell laut und er hatte wenig Verständnis für uns Kinder. Es gab nur einen Plan, und der musste erfüllt und eingehalten werden. Wenn es nicht ging, dann ist er schnell aus der Haut  gefahren. 

Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich aus der Sicht meines Vaters falsch handelte. Er korrigierte mich und erwartete ein anderes Benehmen. Doch als das nicht klappte, folgte eine Strafe. Ich spielte Flöte und verspielte mich. Mein Vater schickte mich in mein Zimmer um das Spielen eine Stunde lang zu üben und es dann fehlerfrei vorzutragen. Nach dieser Stunde war ich natürlich so nervös, dass ich mich dann auch verspielte. Es folgte Strafe.  

Diese Erlebnisse meiner Kindheit haben mich dazu bewegt, auf eine andere Art und Weise mit meinen Kindern umzugehen. 

Wenn eine Situation im Alltag ansteht, in der deine Geduld gefragt ist, was geht dann in dir vor? Hast du auch mit Wut, Ärger und unerfüllter Erwartung und Enttäuschung zu kämpfen?

Natürlich! Es gibt sicher Situationen, in denen mich Gefühle, wie Wut und Ärger überfallen. Dann versuche ich „bei mir zu bleiben“ und heraus zubekommen welche Priorität hat die Situation. Und in der angespannten Situation…

…behalte ich bewusst das Ziel im Auge.  

…bin ich im Gespräch mit den Kindern.

…handle ich.

…ermutige ich die Kinder sich zum Ziel zu bewegen.

Die Situation, die jede Mama kennt ist: „Wir ziehen uns an und gehen raus!“ Es kann passieren, dass beim Rausgehen Samina einfällt, dass sie doch eine andere Strumpfhose anziehen möchte. Priorität ist rauszugehen. Also schaue ich nochmal auf die Uhr, gebe ihr die zwei Minuten, denn Diskussionen dauern in der Regel länger. Ich mache ihr unser Ziel nochmal bewusst, dass wir danach wirklich gehen müssen. Und danach gehen wir. 

Nach einer richtigen Unruhe- und Stresssituation versuche ich mir einige ruhige Minuten zu nehmen und mich zurückzuziehen. Es ist wichtig für mich, mich zu entladen. Das kann ich in dem ich Musik höre, Bibel lese, oder auch singe. Ich suche dann auch das Gespräch mit den Kindern. Entschuldige mich wenn nötig. Setze erneut Grenzen, was geht und was nicht. 

Was gibt dir Halt? Was hilft dir geduldig zu sein?

Mein Mann. Er lobt mein Handeln. Er sieht wie ich Lösungen finde und ist stolz auf mich. Er macht mir auch mal klar, dass wir Menschen alle Fehler machen.

Die Erinnerung an meine Erziehung. Was hat die Erziehung meines Vaters mit mir gemacht. Ich will nicht das gleiche Erbe meinen Kindern hinterlassen.

Bei Gott. Er stärkt mich. Er gab mir die Aufgabe Mutter zu sein. Ich bete und rede mit ihm darüber. Er hilft mir mit meinen Gefühlen und Grenzen, ermutigt mich. Aber er tut auch etwas in meinen Kindern.

Was würdest du gern Müttern auf ihren Weg mit ihren Kindern mitgeben? Tipps zum Thema Geduld.

Sich aktiv mit sich selbst auseinandersetzen. Wie war meine Erziehung? Wo sind meine Grenzen? 

Es ist auch wichtig mit den Kindern im Gespräch zu bleiben. Wo kommen die Kinder an ihre Grenzen? Durch das Gespräch merke ich schnell, wo sie Ermutigung, Nähe oder auch Korrektur brauchen. 

Eine durch Angst gesteuerte Erziehung produziert in den Kindern Scham und Schuldgefühle. Mein Glaube hilft mir meine Ängste loszulassen und dadurch kann ich entspannter meine Kinder erziehen. Gott ist da. Er kümmert sich um sie. Sie können nicht tiefer als in Gottes Hände fallen!

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